Nach dem großen Sturm
Kyril-Bilanz im Bochumer Südwesten
Als einer der schwersten Orkane der vergangenen 20 Jahre, hat „Kyril“ in der Nacht vom 18. Januar 2007 in Zentraleuropa nachhaltig Geschichte geschrieben. Feuerwehr und Rettungskräfte waren pausenlos im Einsatz, um den Kampf mit umstürzenden Bäumen, herabfallenden Ästen und abgedeckten Häuserdächern aufzunehmen. Auch der Bochumer Südwesten war hiervon betroffen, wenngleich der angerichtete Schaden im Vergleich zu anderen Regionen noch recht glimpflich ausfiel. Lindah sprach zu diesem Thema mit dem Bochumer Umwelt- und Grünflächenamt.
Zunächst einmal vorweg: Im Kontext mit den 43 Todesopfern und mehreren Hundert Verletzten sowie den verursachten Schäden in Milliardenhöhe und dem erstmals in der Geschichte der Deutschen Bahn verursachten Totalausfall der Streckenverbindung, hat es „Kyril“ und das Schicksal mit dem Bochumer Südwesten noch recht gut gemeint. Natürlich gab es auch hier dutzende entwurzelte und umgestürzte Bäume zu beklagen, es kam zu sturmbedingten Straßensperrungen, abgedeckten Hausdächern und zu „Hochwasser“ an der Ruhr. In Dahlhausen fiel zudem sogar ein Baum auf das Dach eines Gelenkbusses. Aber – und das ist das Wichtigste: Es ging ohne nennenswerte Verletzungen ab. Gerade mit dem Blick auf die vielen unermüdlichen Helfer, die sich stundenlang den großen Gefahren von „Kyril“ aussetzten, sicher alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Allein die Feuerwehr Dahlhausen berichtet auf ihrer Website von 12 Sturmeinsätzen am 18.01.07 sowie 37 weiteren am Folgetag. Selbst zwei Tage später machte „Kyril“ noch weitere 8 Einsätze notwendig. In einem offiziellen Bericht der Feuerwehr Bochum heißt es: „In den vergangenen vier Tagen hat die Feuerwehr Bochum in Zusammenarbeit mit dem Umwelt- und Grünflächenamt, der Polizei und dem THW über 1200 Einsätze abgearbeitet und alle unmittelbaren Gefahren beseitigt. Dabei waren gleichzeitig über 400 Einsatzkräfte tätig.“
Was hat uns Kyril nun konkret an Folgeschäden hinterlassen? Hierzu hat Lindah dieser Tage direkt mit dem Bochumer Umwelt- und Grünflächenamt gesprochen. Die größten Schadenfälle an umgeknickten bzw. entwurzelten Bäumen entstanden demnach im Bereich der Straßenräume an der Hasenwinkeler Straße mit fünf sowie am Sattelgut mit 15 Bäumen. Die Grünverbindung zwischen Weitmar und Dahlhausen weist 40 entwurzelte Bäume, an der Grundschule Donnerbecke kommen noch einmal sechs Bäume dazu.
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Am stärksten betroffen und auch in der Substanz geschädigt, ist ohne Zweifel jedoch der Hedtberg. Bereits mit dem bloßen Auge lässt sich unschwer ausmachen, wie sehr Kyril dem kleinen Waldstück mit seinem zumeist flachwurzelnden Wuchs zugesetzt hat. Ausgedünnt wie nie zuvor, lässt es sich heute nur noch mit großer Anstrengung als solches wahrnehmen. Der Hedtberg gilt der Behörde als „langfristig weitgehend beschädigt“, so dass hier auch in der Folge noch mit negativen Auswirkungen gerechnet werden muss, die auf die schweren Sturmschäden zurückgehen. Für den Herbst 2007 ist am Hedtberg deshalb bereits eine Wiederaufforstung geplant und auch an der Grünverbindung Weitmar/Dahlhausen soll es zu Neupflanzungen und einer Aufforstung kommen. Eine Unterstützung dieser Arbeiten durch engagierte Bürger wird seitens der Behörde zwar nicht grundsätzlich ausgeschlossen, erscheint in Anbetracht der Tatsache, dass die Arbeiten zumeist nur mit schwerem Gerät durchgeführt werden können, aber eher als unwahrscheinlich. Es bleibt seitens des Umwelt- und Grünflächenamts aber die Bitte, gesperrte Anlagen oder Teile von Anlagen nicht zu betreten. Zudem sollte im freigegebenen Wald nicht von den Wegen abgewichen werden.
Es liegt nahe, dass sich mit der Vielzahl der entwurzelten und umgefallenen Bäume auch die Frage nach deren Verwertung stellt. Wer sich also beispielsweise für Brennholz o.ä. interessiert, kann sich diesbezüglich an den zuständigen Förster Kühnen, Blankensteiner Straße 60 wenden.
Hoffen wir, dass die zumeist enormen Selbstheilungskräfte der Natur auch dieses Mal greifen und der Bochumer Südwesten mittelfristig nicht allzu viel von seiner „grünen Lunge“ einbüßen muss.